"Getreidekontrakte - Schadensersatzansprüche oder höhere Gewalt nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Landhandels bzw. nach den Einheitsbedingungen im deutschen Getreidehandel"

Die Getreidepreise unterliegen in den letzten Jahren starken Schwankungen. Beeinflusst wurden die Preise in diesem Jahr von extremen Witterungsbedingungen in Deutschland mit zum Teil außergewöhnlichen Regenfällen und einer Hitzewelle in Russland, Weißrussland und der Ukraine vor der Erntezeit.

Hinzu kam ein vorübergehender Exportstopp aufgrund der Torfbrände in Russland.

Weltweite Börsenspekulationen, die verstärkte Förderung von Biogasanlagen und eine Vielzahl weiterer Faktoren (z.B. der Klimawandel) beeinflussen die Preise, ohne dass der Landwirt hierauf einen Einfluss hat.

Vor 35 Jahren belief sich der Getreidepreis auf 25,00 €/100 kg. Im Jahr 2000 lag der Preis bei 10,00 €, 2007 bei 20,00 € und 2008 bei 12,00 €/100 kg. Die künftige Entwicklung kann nicht vorhergesagt werden.

Landwirte, die ihre Erne bereits vor der Aussaat verkaufen, machen sich gegebenenfalls schadensersatzpflichtig, wenn sie ihre vertraglichen Pflichten (Menge und Qualität) nicht erfüllen.

Soweit der Landhandel das von den Landwirten durch Kontrakte im Vorfeld erworbene Getreide bereits vor der Ernte weiterverkauft hat, war er zum Teil zur Erfüllung seiner eigenen vertraglichen Verpflichtungen zu Deckungskäufen gezwungen.

Erstmals macht der Landhandel in einer Vielzahl von Fällen gegenüber den Landwirten den ihm entstandenen "Schaden" geltend bzw. bereitet entsprechende Verfahren vor.

Gerne prüfen wir für Sie die rechtlichen Voraussetzungen der geltend gemachten Schadensersatzansprüche und zeigt eventuelle Lösungsmöglichkeiten auf.

RA Dr. Christian Halm
Fachanwalt für Agrarrecht

 

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